Zu Beginn jeder Yogastunde, direkt als Erstes nach der Tiefenentspannung zu Beginn, singen wir gemeinsam das Gayatri-Mantra. Wir singen es in seiner traditionell überlieferten Form – das ist eher ein Rezitations-Gesang als eine Gesangsmelodie.

Dieser Rezitations-Gesang bringt es erst richtig zur Entfaltung.

Gayatri-Mantra-Herkunft

Das Gayatri-Mantra gilt als eines der ältesten und gleichzeitig bekanntesten vedischen Mantren. Die vedische Kultur ist bereits für das Jahr 3928 v. Chr. nachgewiesen und damit eine der ältesten Kulturen der Erde, und vermutlich die älteste noch aktiv gepflegte Kultur auf diesem Planeten. Moderne Systeme wie beispielsweise der Buddhismus und das Ayurveda haben in der vedischen Kultur ihren Ursprung, was beim Ayurveda schon am Namen erkennbar ist.

Gayatri-Mantra-Text

Das Gayatri-Mantra setzt sich aus einer Zeile des Yajurveda und dem Vers 3.62.10 des Rig Veda zusammen. Es lautet folgendermaßen:

In Devanagari:

ॐ भूर्भुवः स्वः ।
तत्सवितुर्वरेण्यं ।
भर्गो देवस्य धीमहि ।
धियो यो नः प्रचोदयात् ॥

In Umschrift

oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ
tát savitúr váreniyaṃ
bhárgo devásya dhīmahi
dhíyo yó naḥ pracodáyāt

Übersetzung auf Deutsch:

Om, dem Schöpfer (bhur) und den Geschöpfen (Bhuvah) Heil (svah),
möge die Sonne (savitur) dies beleuchten (vareniyam),
auf den Glanz (bhargo) des göttlichen (devasya, deva=lat. deus) konzentrieren wir uns (dhimahi)
Möge uns (na:) diese Meditation (dhyo) in Bewegung setzen (von prachud).

oder

Om, wir meditieren über den Glanz des verehrungswürdigen Göttlichen,
den Urgrund der drei Welten, Erde, Luftraum und himmlische Regionen.
Möge das Höchste Göttliche uns erleuchten, auf dass wir die höchste Wahrheit erkennen.

oder

Lasst uns über das Om meditieren, jener Urlaut Gottes, aus dem die drei Bereiche,
das Grobe-Irdische (Bhur), das Feinere-Ätherische (Bhuvah) und das Feinste-Himmlische (Svah) hervorgegangen sind.
Lasst uns das höchste, unbeschreibbare, göttliche Sein (Tat) verehren (Varenyam), die schöpferische, lebensspendende Kraft, die sich in der Sonne (Savitur) kundtut. Lasst uns über das strahlende Licht (Bhargo) des göttlichen (Devasya) meditieren (Dhimahi), welches alles Dunkel, alle Unwissenheit, alle Untugenden vernichtet. Möge dieses Licht unseren Geist (Dhiyo) erleuchten (Pracodayat)

Die Sprache des Gayatri

Sanskrit bzw. Devanagari ist eine mystische Sprache voller tiefgründiger Bilder, die sich nicht so einfach in unsere heutige, klar strukturierte Weltsicht übersetzen lassen. Deshalb gibts sehr unterschiedliche Übersetzungen des Gayatri-Mantras, die alle korrekt sind. Ich vergleiche das gerne mit Tarot-Karten, da ist das ganz ähnlich. Wenn du dich mit den  Tarot-Karten intensiver auseinandergesetzt hast, dann weist du was ich meine. 🙂

Die Melodie des Gayatri

Für die energetisch starke Rezitation von Mantras ist es wichtig sich an die überlieferten Melodien zu halten. Diese entfalten die in den Silben innewohnenden Kräfte mit Abstand am besten. Es gibt viele modernere Fassungen, die für unsere Ohren eingängiger klingen, die auch wirklich schön sind, die aber nicht dieselbe Energie bringen. Deshalb lege ich grossen Wert auf die überlieferten Melodien.

Traditionell wird das Gayatri 108 Mal wiederholt. Für das Zählen verwendet man eine Mala.

Gayatri üben und lernen

Hier kannst du das Gayatri klanglich geniessen, in einer der traditionell überlieferten Melodien. Dieses Video ist auch sehr gut geeignet die Gayatrirezitation zu üben, um es irgendwann auswendig zu können.

Wenn du das eine Zeit lang mitsingst, dann wirst du die Energie deutlich spüren können. Probier es aus, und schreib mir (unten im Kommentarbereich) wie es dir damit geht.

Du willst mehr davon?

Wenn du dieses Mantra in der Yogstunde erleben möchtest, dann mache doch in der Papenburger Yogschule in einem Yoga-Kurs mit. Eine Probestunde ist sogar kostenlos.

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Es ist eine tolle Wertschätzung meiner Arbeit, wenn du sie teilst.